Wer das peacehändchen kennt, weiß: Angefangen hat das Alles gar nicht mit Schuhen.
In den ersten Jahren lag unser Schwerpunkt auf Secondhandmode für Kinder, Teenies und Schwangere Frauen.
Doch im Laufe der Zeit tauchte ein Thema immer wieder auf: die Suche nach passenden Schuhen. Barfußschuhen.
Welche Größe braucht mein Kind?
Kann ich bedenkenlos bereits getragene Schuhe kaufen?
Woher weiß ich, ob der Schuh richtig sitzt?
Je häufiger uns diese Fragen gestellt wurden, desto deutlicher wurde klar, dass Familien in Regensburg eine kompetente Anlaufstelle rund um Kinderfüße und passende Schuhe fehlt.
Von der Neugier zur Ausbildung
Je tiefer ich in das Thema Kinderfüße eintauchte, umso deutlicher wurde mir klar, dass Barfußschuhe die Art Schuhe sind, die ich mit gutem Gewissen verkaufen kann. War mir doch bei meinen eigenen Kinder immer wichtig, dass sie gut und gesund laufen lernen, so wäre es nicht mit meinem Gewissen vereinbar, einfach irgendwas zu verkaufen, was mich nicht zu 100% überzeugt hat.
Passende Barfußschuhe, Bewegungsfreiheit und gesundes Wachstum - dieses Wissen wollte ich den Eltern in Regensburg zugänglich machen.
So absolvierte ich zunächst eine Weiterbildung . Dort habe ich grundlegendes Wissen über die Entwicklung von Kinderfüßen und Gangbilder gelernt, gängige Methoden um Füße zu messen. Doch schnell wurde mir klar, dass das die Methoden für konventionelle Schuhe sind und ich damit noch nicht zufrieden bin. Ich wollte mehr wissen, mich ausschließlich auf Barfußschuhe einlassen und mir ein fundiertes Wissen aneignen.
Auf der Suche nach Antworten bin ich schließlich in Alfter bei Bonn gelandet: bei der Barfußschule. Und so begann meine Reise zur ausgebildeten Barfußcoachin.
Seit der ersten Stufe der Ausbildung im November '25 habe ich Feuer gefangen und noch die weiterfolgenden Stufen 2 und 3 durchlaufen - im wahrsten Sinne des Wortes. Denn neben den Themen wie Anatomie, Lauftechnik und Laufanalyse habe ich dort selber viele Kilometer zurückgelegt. Barfuß oder in Barfußschuhen. Mal auf Asphalt, mal auf Waldwegen, mal im Schlamm, bei Sonne, bei Regen, bei Schnee.
Mehr als nur eine Schuhgröße
Mit meiner wachsenden Erfahrung wurde ich experimentierfreudiger: ich probierte verschiedene Marken aus und stellte schnell die Unterschiede fest. Größe ist eben nicht gleich Größe und sagt noch viel weniger über die Breite oder ein Gefühl beim laufen aus.
Daher messen wir - besonders bei Kindern - die Füße nicht nur in der Länge, sondern auch in der Breite aus. Gleiches wiederholen wir dann auch im Schuh. So bekommen wir schnell eine Idee, welche Marke und welches Modell sich für den jeweiligen Kinderfuß eignet. Denn genauso wie jeder Kinderfuß ist auch jeder Schuh produktionsbedingt nicht identisch. Und dann beobachten wir noch, wie sich ein Kind in den Schuhen bewegt. Denn am Ende entscheidet nicht die Größe, die im Schuh steht, sondern ob Fuß und Schuh zueinander passen.
Warum wir Barfußschuhe lieben
Nach und nach habe ich selbst alle meine Schuhe aussortiert: mit jedem Tag, den ich in Barfußschuhen gelaufen bin, haben sich meine Füße an die Freiheit und die Bewegungsabläufe gewöhnt. Meine Rückenschmerzen wurden weniger, meine Füße taten auch nach einem langen Tag auf den Beinen nicht mehr weh. Und noch etwas ist mir aufgefallen: Meine Füße sind breiter geworden. Sie haben sich den Platz zu eigen gemacht, sind geerdeter und übernehmen mehr die Aufgabe des Tragens.
Aber Moment mal! Wieso sollen denn dann eigentlich nur Kinder in den Genuss der Zehenfreiheit kommen? Mit einem leichten Schuh durchs Leben stapfen, mit einer flexiblen Sohle und einer natürlichen Bewegung beim Laufen. Sollten die Eltern denn nicht auch mal spüren dürfen, wie man leichter durch den Alltag laufen kann?
In Regensburg herrscht auch für die Großen eindeutig Bedarf. Und so wuchs nicht nur das Kindersortiment zu einer beachtlichen Größe - es durften auch Erwachsenenschuhe bei uns einziehen.
Der Unterschied zwischen Erwachsenen und Kindern
Erwachsene Menschen, die noch keine Berührung mit Barfußschuhen hatten, sind oftmals skeptisch. Ist ja auch klar, schließlich ist man ja bereits sein Leben lang in konventionellen Schuhen gelaufen und hat sich dran gewöhnt.
Bevor wir hier also direkt mit dem Messen beginnen, suchen wir erstmal Schuhe aus, die optisch gefallen. Probieren eine zweite Größe im Vergleich. Eine andere Marke. Mal breiter, mal schmäler. Und an dieser Stelle passiert wirklich immer etwas ganz Besonderes: Man spürt den Unterschied. Wir haben uns im Laufe der Jahre so sehr an enge Schuhe gewöhnt, dass wir gar nicht mehr wissen, wie es sich anfühlt ausreichend Platz zu haben. Aber Barfußschuhe bringen uns genau dahin zurück: zu spüren, was uns gut tut.
Meistens haben Menschen erstmal das Gefühl, in den Schuhen zu "schwimmen". Das liegt daran, dass man sich erstmal auf den vielen Platz einlassen muss. Oftmals entscheiden sich die KundInnen dann erstmal für einen etwas kleineren Schuh, der laut einer Messung eher zu klein wäre. Nach einiger Zeit kommen sie wieder - und kaufen eine Nummer Größer. Warum? Der Fuß passt sich an. Man lernt das Gefühl zu schätzen und zu lieben. Und das gibt man so schnell nicht wieder her.
Zu guter Letzt durften wir also feststellen: Wir haben ein Händchen für Füßchen.
Here we ̶g̶r̶o̶w̶ go!